Am Freitag, 4. September um 18.00 Uhr bringt Teatro Mobile in den Waldwegen rund um das Castello Borelli eine neue Erfahrung des Höhentheaters zwischen Natur, Klang und Bewegung auf die Bühne.
Eine Insel zum Durchqueren, einen Sturm zum Anhören, eine Reise zwischen Erinnerung, Macht und Wissen – das ist Sturm in Borghetto Santo Spirito – Variationen nach Shakespeare, eine Originalproduktion des Teatro Mobile di Roma, konzipiert von Pina Catanzariti und inszeniert von Marcello Cava, die eine originelle Neuinterpretation von Shakespeares Der Sturm durch ein immersives und ortsspezifisches Erlebnis bietet.
Das Projekt inspiriert sich vom shakespeareschen Drama, das zwischen 1610 und 1611 geschrieben wurde, mit seiner Geschichte von Exil, Macht, Magie und Versöhnung, um eine neue Dramaturgie zu schaffen, die mit dem Territorium verbunden ist. Die Themen des Werkes, wie Reise, Meer, Zeit, Wissen, Macht und das Älterwerden, treten in Dialog mit der Geschichte und Natur des Ortes.
In Sturm in Borghetto Santo Spirito – Variationen nach Shakespeare wird der Wald nicht einfach Kulisse, sondern wird zum integralen Bestandteil der Aufführung. Die Zuschauer werden von den Guides von TERREdoveANDARE entlang der Waldwege begleitet und folgen einer Route, die durch Stimmen, Musik, Geräusche, Stille und Naturklänge gestaltet ist. Die Erfahrung findet in Bewegung und mit Kopfhörer-Audioguide statt; die Sounddramaturgie leitet das Publikum zur Entdeckung der Landschaft und verändert die Wahrnehmung, während sie den Weg in einen echten Theaterraum verwandelt.
Mit dieser Produktion setzt Teatro Mobile seine Forschung zu den Möglichkeiten eines Theaters fort, das konventionelle Räume verlassen kann und eine direkte Beziehung zu Orten, Landschaften und Kulturerbe aufbaut.
Das Projekt wird mit dem Beitrag der Gemeinde Borghetto Santo Spirito realisiert. Regie: Marcello Cava, Ensemble: Raffaele Gangale, Giulietta De Bernardi, Alberto Danzi, Marco Gobetti, Caterina Momo, Claudia Zaccheo, Paolo Musio.
Aufgrund der Natur des Weges werden angepasste Schuhe, Wanderkleidung und eine Wasservorrat empfohlen. Die Kopfhörer werden von der Organisation bereitgestellt.
Teatro Mobile entsteht aus der dreißigjährigen Erfahrung unabhängigen Theaters und multidisziplinärer Forschung, die von Marcello Cava, Regisseur, und Pina Catanzariti, Theaterverfasserin und Dramaturgin, durchgeführt wird. Der 1996 begonnene Weg entwickelte sich rund um die Suche nach neuen Formen und neuen Bedeutungen des Livetheaters, verstanden auch als Instrument der Kulturpolitik und der Beziehung zum Territorium. Im Laufe der Jahre inszenierte Cava Aufführungen aus dem klassischen Repertoire, von großen Autoren des 20. Jahrhunderts und aus zeitgenössischer Dramaturgie und arbeitete mit wichtigen italienischen Interpreten und den wichtigsten nationalen Theatern zusammen. Catanzariti trug durch ihre Autorschaft und dramaturgische Tätigkeit zum Aufbau eines künstlerischen und kulturellen Weges bei, der sich auf Experimente ausrichtet. Unter den bedeutsamsten Erfahrungen war die symbolische Wiedereröffnung des Theater Jovinelli in Rom, damals ein verlassener Kulturraum, später abgerissen, das wurde ein erstes exemplarisches Beispiel dafür, wie ein Ort sich vorübergehend in einen Raum der Experimentierung und Reflexion verwandeln konnte. Seitdem hat sich das Projekt durch verschiedene Sprachen und Territorien bewegt: vom Videoteater (Baal) zur Erkundung alter Texte an Erinnerungsorten, vom Projekt Spaziaroma, das der Wiederentdeckung der Kulturräume der Stadt gewidmet ist, zu Arbeiten über Autoren wie Sartre und Brecht, bis hin zu Zusammenarbeit mit Schulen und Universitäten. Eine der zentralen Entwicklungen dieser Forschung war die Schaffung eines neuen Carro di Tespi, ein Erlebnis, aus dem sich das Konzept des Teatro Mobile formt: ein dynamisches Theater, auch als Antwort auf den chronischen Mangel an permanenten Theaterräumen gedacht und vor allem als Möglichkeit, die Aufführung in bedeutsame Orte des Kultur- und Landschaftserbes zu bringen. Museen, archäologische Gebiete, städtische und natürliche Räume werden so zu Orten der Kreation. Durch innovative und nicht-invasive Formeln bringt Teatro Mobile materielles und immaterielles Erbe in Beziehung, mit besonderer Aufmerksamkeit für das Höhentheater, realisiert in Bewegung und ohne traditionelle Ausstattung. Eine Forschung, die durch die Begegnung zwischen etablierten Künstlern, jungen Interpreten, Musikern und neuen Generationen der zeitgenössischen Szene weiterhin einen Dialog zwischen Tradition und Innovation, Erinnerung und Gegenwart, Aufführung und Territorium konstruiert.